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Regenwassernutzung: Lohnt sich das im Eigenheim?

9 min Lesezeit

Redaktion Burk SHK · Fachlicher Ansprechpartner: Julian Burk, Installateur- und Heizungsbauermeister

Regenwassernutzung: Lohnt sich das im Eigenheim? – Fachbeitrag von Burk SHK
Regenwassernutzung: Lohnt sich das im Eigenheim? – Fachbeitrag von Burk SHK

Was ist Regenwassernutzung und wie funktioniert sie?

Bei der Regenwassernutzung wird Niederschlagswasser von geeigneten Dachflächen gesammelt, gefiltert und als Betriebswasser verwendet. Mögliche Einsatzbereiche sind Gartenbewässerung und – mit einem fachgerecht getrennten Leitungsnetz – WC-Spülung oder Waschmaschine. Welche Anwendungen zulässig und sinnvoll sind, hängt von Anlage, Wasserqualität und örtlichen Vorgaben ab.

Eine typische Anlage umfasst Vorfilter, Zisterne, Pumpe, ein gekennzeichnetes Betriebswasser-Leitungsnetz und eine normgerechte Trinkwasser-Nachspeisung. Trink- und Betriebswassersystem müssen sicher voneinander getrennt bleiben.

Kosten-Nutzen-Analyse: Lohnt sich Regenwassernutzung?

Ob sich eine Regenwasseranlage wirtschaftlich lohnt, hängt vom Gebäude und der Nutzung ab. In die Rechnung gehören Zisterne, Filter, Pumpe, Leitungen, Erdarbeiten, Wartung und Stromverbrauch. Dem stehen die vor Ort vermiedenen Trink- und gegebenenfalls Abwassergebühren gegenüber.

Besonders relevant sind:

  • Dachfläche, lokaler Niederschlag und sinnvoll nutzbares Speichervolumen
  • Verwendung für Garten, WC und gegebenenfalls Waschmaschine
  • Wasser- und Abwassergebühren der zuständigen Kommune
  • Aufwand für ein getrenntes Brauchwassernetz
  • Einbau im Neubau oder Nachrüstung im Bestand

Eine Amortisationszeit lässt sich erst mit diesen projektspezifischen Daten seriös berechnen. Ökologische Ziele können unabhängig von der rein finanziellen Betrachtung eine Rolle spielen.

Technische Anforderungen & Vorschriften

Für die Installation einer Regenwasseranlage gelten klare Vorschriften:

  • Trennung von Trink- und Brauchwasser: Laut DIN 1988 / EN 1717 muss das Regenwassersystem vollständig vom Trinkwassersystem getrennt sein. Keine Querverbindungen!
  • Kennzeichnung: Alle Brauchwasser-Entnahmestellen müssen mit „Kein Trinkwasser" gekennzeichnet sein.
  • Trinkwasser-Nachspeisung: Über einen freien Einlauf (Luftkluft) in die Zisterne – nicht direkt ins Leitungsnetz.
  • Meldepflicht: Regenwassernutzungsanlagen müssen beim Wasserversorger und ggf. der Gemeinde angemeldet werden.
  • Filtration: Mindestens ein Feinfilter vor der Zisterne, für Waschmaschinen-Nutzung zusätzlich empfohlen.

Neubau vs. Nachrüstung

Im Neubau lassen sich Zisterne und getrennte Brauchwasserleitungen meist früh in Erdarbeiten und Haustechnikplanung integrieren. Das kann Schnittstellen und nachträgliche Öffnungsarbeiten reduzieren.

Im Bestandsgebäude hängt der Aufwand stark davon ab, wie ein zweites Leitungsnetz geführt werden kann. Eine reine Gartenbewässerung ohne Verbindung zur Hausinstallation ist technisch einfacher, ihre Wirtschaftlichkeit hängt aber ebenfalls von Grundstück, Nutzung, Gebühren und Einbauaufwand ab.

Regenwassernutzung prüfen lassen? Wir beraten Sie ehrlich und herstellerunabhängig.

Häufige Fragen

Kann ich Regenwasser zum Trinken verwenden?

Nein. Regenwasser ist in Deutschland kein Trinkwasser und darf ohne aufwändige Aufbereitung nicht zum Trinken, Kochen oder zur Körperpflege verwendet werden. Es eignet sich für WC-Spülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung.

Wie groß muss die Zisterne sein?

Die Größe sollte aus nutzbarer Dachfläche, lokalem Niederschlag, gewünschter Nutzung und regelmäßigem Bedarf berechnet werden. Eine pauschale Literzahl pro Person kann zu Über- oder Unterdimensionierung führen.

Gibt es Förderung für Regenwassernutzung?

Förderprogramme und Gebührenregelungen können sich je nach Kommune ändern. Prüfen Sie vor Beauftragung die aktuellen Angaben Ihrer Stadt beziehungsweise Gemeinde und des zuständigen Entwässerungsbetriebs.

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